Mallorca im Verborgenen: Bunker- und Höhlencaches

Für viele Geocacher das Highlight auf Mallorca, doch für die meisten Touristen völlig im Verborgenen: Bunkeranlagen und nicht kommerzielle Höhlen.

Mallorca bietet als Insel, die hauptsächlich aus Kalkstein besteht, beste Voraussetzungen für Tropfsteinhöhlen. Gerade im Ostteil der Insel befinden sich die bekanntesten Schauhöhlen, wie z.B. die Cuevas del Drach mit einem großen unterirdischen See oder die Cuevas de Arta mit der riesigen Treppe im Eingangsbereich.

Höhlen…

Doch es geht auch anders: Völlig ohne Eintrittspreis, dafür mit ein paar Strapazen kann man wunderschöne Höhlen bestaunen – vorausgesetzt man findet sie. Und hier ist wirklich das erste Problem. Wir als Geocacher haben da einen klaren Vorteil. Ausgerüstet mit GPS und modernem Kartenmaterial hat man gute Chancen, die Höhlen zu finden. Zudem gibt es zu vielen sehenswerten Höhlen und Grotten Geocaches, mit deren Hilfe man zielsicher zum Eingang navigieren kann.

 

Doch was nun?
Sicherlich kann man mit Flip Flops und Handy-Licht die eine oder andere Höhle erkunden. Empfehlenswert ist das aber nicht!
Trittfeste Schuhe, ein Helm mit Stirnlampe und eine weitere Taschenlampe mit Ersatzbatterien sollten es schon sein. Für größere Aktivitäten ist wasserdichtes Equipment und evtl. ein Höhlenschlaz angebracht. Auch über ausreichend Wasser zum Trinken sollte man sich Gedanken machen.

Bunker…

Da sieht es bei den Bunkern schon etwas anders aus. Weil diese Lost Places zur menschlichen Nutzung errichtet wurden, sind sie in der Regel gut zu erreichen. Man muß nur wissen, wo sie sich befinden.
Als Geocacher ist man hier wieder ganz weit vorne. Durch so genannte LPCs (Abkürzung für Lost Place Caches), häufig auch als LP bezeichnet, findet man sehr interessante Orte der vergangenheit – und meist noch eine kostenlose Führung in Form eines Multis dazu.

 

Die berühmtesten LPCs Mallorcas sind unter dem Namen „ZONA M“ bekannt geworden. Sie entführen Dich in alte Militäranlagen, die aus dem spanischen Bürgerkrieg stammen. Eine gute Übersichtskarte findest Du auf der Webseite: Festungsbauten.de

Was man braucht…

Die benötigte Ausrüstung ist weniger anspruchsvoll und hängt in erster Linie von der Schwierigkeit des Geocaches ab. Schuhe mit wiederstandsfähiger Sohle, eine Taschenlampe und evtl. Handschuhe sollten reichen um einen Lost Place zu erkunden. Wer anspruchsvolle Caches finden möchte, braucht häufig eine gute UV-Lampe und manchmal Kletter-Equipment. Generell sollte man das Cache Listing vorher gründlich lesen, um keine Überraschung zu erleben.

 

Wer sich jetzt fragt: „Warum sollte ich solche Orte aufsuchen?“, dem sei versichert… weil es sehr reizvoll ist, vergessene Orte zu erkunden, an denen sich die Natur langsam das zurück holt, was ihr einmal gehörte. Und weil man Höhlen in ihrer Natürlichkeit bestaunen kann, die bei einer Führung durch eine Schauhöhle leicht verloren geht. Und wer einmal die Taschenlampe in einer Tropfsteinhöhle ausgeschaltet hat und dabei dem Tropfen des Wassers zugehört hat, wird wissen was ich meine.

Warum…

Aber auch für Fotografen und Hobby-Filmer sind diese Orte sehr interessant. Unzählige, teils sehr skurrile Motive warten darauf, richtig in Szene gesetzt zu werden.
Das sollte man bei der Tourenplanung unbedingt beachten, denn es ist sehr ärgerlich wenn man nach einem Kilometer unwegsamen Geländes feststellt, das die Actioncam, das Stativ oder die richtige Lampe im Auto liegt. Auch die Zeit dafür will eingeplant sein – nicht selten zieht einen der Ort so in seinen Bann, das man gar nicht merkt, wie die Zeit vergeht.

 

Für mich sind diese Orte immer eine gute Gelegenheit, das Kind im Manne mal wieder raus zu lassen. Kaum eine Spalte, Turm oder Tunnel ist vor mir sicher. Doch bei dem ganzen Spaß und Abenteuer sollte man sich auch immer der Gefahren bewußt sein. In eine Höhle zu schwimmen, ist ein unbeschreibliches Erlebnis. Doch wenn man den Wellengang unterschätzt, kann es schnell lebensgefährlich werden!
Bei Lost Places lauern andere Gefahren: Glasscherben, Holzsplitter und hervorstehende Metallteile haben großes Verletzungspotential.

Achtung…

Generell sollte man bei Höhlen und Bunkercaches einplanen dreckig zu werden. Gerade wenn man durch enge Gänge krabbeln muß oder sich durch schmale Spalten in den Höhlen quetscht. In solchen Fällen ist es ratsam, vorher einmal kurz darüber nachzudenken, wie man wieder zurück kommt, wenn man sich verletzt oder Panik aufkommt. Deshalb gilt für solche Caches und Erkundungen: Niemals alleine!

 

Höhlen oder Bunker – diese Frage braucht man sich auf Mallorca nicht zu stellen. Es gibt von Beidem jede Menge und in jeder Schwierigkeit. Und das schöne daran… Man hat nie das Gefühl etwas Verbotenes zu tun. Es gibt zwar manchmal Tore oder Zäune, aber man merkt ganz schnell, das auch diese gebiete von längst von einheimischen Joggern und Hunde Muggles zum öffentlichen Gelände deklariert wurden. Allerdings sollte man sich bei der Anreise über empfohlene Parkplätze informieren und diese auch nutzen.

Bei den Tropfsteinhöhlen muß man sich im Klaren sein, das es sich dabei um schützenswerte Naturobjekte handelt. Entsprechend respektvoll sollte man sich vor Ort verhalten!

Für alle, die jetzt neugierig geworden sind, habe ich hier noch eine gegenüberstellung von Höhlen und Bunkern angefertigt, die bei der Planung und Umsetzung helfen kann.

Bunkercaches Thema Höhlencaches
Anfahrt und Parkplatz klären, Cachelisting beachten, Spoilerbilder offline verfügbar haben  Vorbereitung Anfahrt und Parkplatz klären, Cachelisting beachten, Spoilerbilder offline verfügbar haben (besser: einlaminiert auf Papier), Teamaufteilung / Außenteam
festes Schuhwerk, Taschenlampe, Handschuhe, optional: Kletter-Equipment, UV Lampe  Ausrüstung festes Schuhwerk, Helm mit Lampe, Taschenlampe und Ersatzbatterien, optional: Kletter-Equipment, Neoprenanzug / Schwimmschuhe, Höhelnschlaz, wasserdichtes Equipment, ausreichend viel Wasser
skurrile Motive, Makroaufnahmen, HDR  Foto / Video gekonnter Einsatz von Licht erforderlich, Stativ nicht vergessen
gering, abhängig vom Geocache und der Neugier beim Erkunden  Zeitaufwand groß, Wanderung zur Höhle, abhängig von der Größe und Lage der Höhle
Spaß und Abenteuer, historische und militärische Hintergründe  Motivation Natur, Entdecken, Wandern
Löcher im Boden, Glasscherben, sperrige Gegenstände, Einsturzgefahr  Gefahren Kopfverletzungen, Wellengang, Rückweg zum Ausgang nicht möglich, Lampenausfall
 Beispiele  Beispiele

Trau Dich! -ZONA M I- (reloaded)

Die Halbinsel bietet viele Geocaches zum Thema Militärgeschichte: Bunker zur Überwachung der Küste, extrem lange unterirdische Gänge mit Munitionsbunkern, Batteriegeschütze, eine Kaserne mit Zysterne und einige Stollen zur Steilküste

DSOM – Cova des Coloms

Riesige Tropfsteinhöhle mit Strand und mehreren unterirdischen Seen. Nur durch Schwimmen von der Meerseite aus möglich. Um die Schwimmstrecke zu verringern kann ggf. direkt am Höhleneingang von der Steilküste abgeseilt werden. Wasserdichte Ausrüstung erforderlich. Nur bei ruhiger See möglich!

ZONA M VI

Auf dem Westteile der Halbinsel gibt es vier große Batteriegeschütze mit darunter liegenden Bunkern und eine Kaserne, die über einen großen Graben mit der Anlage verbunden ist. Achtung: langer Fußmarsch zum Gelände.

Lost Place – Cova de Sant Marti

Eine Kirche in der Höhle. Sehr interessante Location: Neben einem Kreuz und diversen Einbauten kann man noch eine sehr niedrige Höhle mit ungewöhnlichen Tropfsteinen bewundern.

Braveheart – Fuerte De Illetas – Letterbox Edition

Mit Hilfe von Fotos wird ein ein riesiges Fort erkundet. Weitläufiges Gelände mit vielen Überraschungen, in der Nähe von Palma de Mallorca.

Cova des Pont

Als Schauhöhle geplant, ist diese versteckte Höhle eine interessante Kombination von Tropfsteinhöhle mit unterirdischem See und Lost Place.

ZONA M – TANQUE

Riesige Bunkeranlage mit Batteriegeschützständen an der Küste: Außergewöhnliche Architektur, lange Gänge und interessante Räume, viel Zeit mitbringen!

Cova des Genet

Große Höhle, die man nur durch Abseilen in ein kleines Loch erreichen kann. Kletterausrüstung erforderlich!
Das Gebiet bietet viele Höhlen, ein Felsentor und einen traumhaften Strand – am besten einen ganzen Tag einplanen.

ZONA M XI

ein natürlich getarnter Bunker in landschaftlich traumhafter Umgebung, sollte man mit einer Wanderung an der Küste verbinden. Parkplatz beachten.

DSOM – Minero las piedras

Ein Klettercache, der durch einen verlassenen Steinbruch zu einer Mine führt. Diverse Stollen und Gänge wollen erkundet werden. Unglaublich große Hohlräume!
Unbedingt mit dem Cache: Coves de Pilar verbinden. Kletterausrüstung erforderlich!

Vista Sa Coma

Bunkeranlage am Berghang des Na Penyal, Munitionsbunker ist einfach zu erreichen, für die oberen Bunker empfehlen sich wegen der dornigen Sträucher lange Hosen. Unbedingt mit dem Höhlencache auf dem Berg verbinden!
Link zum Artikel: Lost Place am Na Penyal

Cova Tancada des Cap de Menorca (Earthcache)

Auf der Halbinsel vor Alcudia kann man diese schöne Tropfsteinhöhle durch eine längere, schwierige Wanderung erreichen. Achtung rutschig in der Höhle: Trittfeste Schuhe anziehen!

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