Erster am Fundort – FTF

Ich habe das Gefühl, Geocaching boomt momentan. Ein neues Hightech-Hobby, welches mehr und mehr auch in den Medien zum Vorschein kommt. Kein Wunder: Gebrauchte GPS Empfänger gibt es schon recht preiswert und mit dem AutoNavi geht es zur Not auch. Und letzteres hat neben dem Handy jetzt fast jeder! So kommen tägliche neue Dosensucher hinzu. Und wenn die Sucht erst einmal ausgebrochen ist, kommt der Gedanke: „Ich könnte auch mal einen Cache verstecken“.
Auf diese Art und Weise kommen in unregelmäßigen Abständen neue Caches dazu. Werden diese neuen Verstecke veröffentlicht, versuchen viele Cacher (Leute, die Geocaches suchen) dieses Versteck als erster zu finden. Die englische Übersetzung „First to Find“ bildet auch die Abkürzung FTF.
Nun wohne ich in einer Gegend, in der es nur so wimmelt von FTF Jägern. Deshalb hat man nur eine Chance erster zu sein, wenn man sich per email oder SMS von der Veröffentlichung informieren lässt.

Eine dieser mails erhielt ich am 24.10.08. In ca. 4km Entfernung gibt es einen neuen Cache. Ich war gerade von einer etwas längeren Tour nach hause gekommen und so hatte ich keine Lust mehr loszutigern.
Am nächsten Morgen wollte ich schon mal die ersten Kommentare zum Cache lesen und musste feststellen, das ihn noch keiner gefunden hat. Das stellte alles auf den Kopf: Frühstück musste warten und da der Cache gleich neben einem Bäcker liegt, wollte ich den Ausritt nutzen, um gleich Brötchen zu holen.
Als ich im Zielgebiet ankam musste ich noch warten bis die Leute an der Bushaltestelle abgefahren waren. Also holte ich mir meine Frühstücksbrötchen und machte mich an die Suche. Wenig später hielt ich die kleine Dose in der Hand. Die Spannung stieg… und der Logstreifen war noch leer: FTF – Yippie!

Aber es geht nicht immer so einfach, wie gerade beschrieben.
Meinen ersten FTF konnte ich im Team mit einer anderen Cacherfamilie feiern. Es war ein Multi in Sasel, der es echt in sich hatte. Als ich am Start ankam, wollten die Garbors gerade schon wieder nach hause fahren, weil sie nichts finden konnten. Gemeinsam motivierten wir uns an jeder Station aufs neue und fanden als Abschluß ein toll erarbeitetes Cache-Versteck mit jungfräulichem Logbuch.

Etwas spektakulärer lief mein zweiter FTF in Norderstedt ab. Der erste Noderstedter Inselcache lockte mich am 13. August mal wieder ins CJ-Land (diesen Ausdruck habe ich mir von schidrowski geklaut), ein Wald der für jeden Cachergeschmack etwas bereithält. Wie man bei einer Insel erwarten kann, habe ich mich auf Schwimmen eingestellt, musste aber schmunzeln, als ich am See ankam. Ein kleiner Tümpel mitten im Wald und eine Insel, die nicht viel größer war als ein Golfer-Regenschirm. Mein erster Gedanke, rüber zu waten scheiterte am Tiefgang und so musste ich tatsächlich schwimmen. Mit zittriger Hand habe ich mich, im damals noch vorhandenem Logstreifen, als erster verewigt. Insgeheim hoffte ich, noch jemand anders anzutreffen, um mir seinen Versuch anzusehen. Aber keiner kam.
Etwas später rückte der Hausherr der Gegend mit Verstärkung an (Ich hatte längst geduscht und meinen FTF online kund getan) und wollte hier das Logbuch entjungfern. Aber da hat er nicht die Rechnung mit mir gemacht! Schaut euch gerne mal die Logs zu diesem Cache an – es bringt echt Spaß, das zu lesen.

FTF Urkunde

FTF Urkunde

Meine erste FTF Urkunde konnte ich mir jedoch erst am Maulwurfsbunker abholen. Ein Tradi um die Ecke, den ich im dunkeln suchen musste. Nachdem ich dort die Wehranlagen des kleinen Bunkers überwunden hatte, fand ich im Cache eine Erstfinderurkunde. Beim Loggen traf ich dann noch den Owner und wir klönten noch ein wenig in der dunklen Nacht.

Seit diesen Erlebnissen hat Geocachen für mich eine neue Facette dazugewonnen.

Es ist schon toll, Erster zu sein.

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