12 Stunden durch Schleswig Holstein

Geocachen mit Pernglas: Eine Rundreise mit vielen interessanten Caches, herrlichen Landstrichen und feinen Lost Places.

„Hast Du eigentlich eine Wathose?“ Fragte mich Pernglas vor ein paar Tagen… „Ich kenne da einen tollen LPC bei Heide; einen Bunker, der voll Wasser steht.“ Da hielt mich nichts mehr auf dem Sofa!
Da wir für einen Cache nicht 100km fahren wollten, begannen die Vorbereitungen für eine Rundreise: Nach kurzer Zeit Stand ein Termin, die ersten Queries wurden gestrickt und das Equipment beschafft. Es konnte losgehen.

Die Tour…

sollte uns von Hamburg nach Heide, von da aus nach Kiel und wieder zurück führen. Im Fordergrund standen Spaß und interessante Caches. Und so kam es, das gleich die ersten Tradis am Wegesrand zu einem kleinen Erlebnis wurden:
Die allererste Dose passte sogar vom Namen her… „Jeder fängt ‚mal an“. Da bekanntlich jeder Anfang schwer ist, identifizierten wir schnell ein Objekt, welches jedoch in Anwesenheit einer fleißigen Dame nie zu heben gewesen wäre. Als wir gerade aufgeben wollten, lächelte sie uns jedoch mit einem charmanten Cacherblick an. Da quitschten die Bremsen und bei einem kleinen Klönschnak mit den Ownern der Dose loggten wir diesen Cache. 4G-team empfahl uns auch gleich noch einen Cache um die Ecke: La bamba.

So sollte es sein; ab in die Wildnis und etwas La Bamba tanzen. Ich glaube Pernglas hat sogar mit den Hüften gewackelt! Sehr schöner Cache.

Nach diesem Auftakt ging es zur Liether Kalkgrube. Hier wollten wir uns ein wenig weiterbilden und das einzigartige Gelände kennen lernen.
Wir kamen voll auf unsere Kosten: Am frühen Morgen hatten wir das gesamte Areal für uns alleine und konnten die verschiedenen Eindrücke ungestört auf uns einwirken lassen. Als wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz machten, traf eine Reisegruppe mit dem Mitbegründer des Naturdenkmals als Reiseführer ein. Das Angebot, einfach ein bißchen mit zuzuhören, liessen wir uns nicht entgehen. Und so erfuhren wir sehr viele Hintergrundinformationen rund um die Kalkgrube und dessen Entstehung. In der Gruppe befand sich auch ein Ehepaar aus der Umgebung, welches Geocachen auch ganz spannend findet. In einem kleinen Gespräch hörten wir viel über die Hochs und Tiefs der Kalkgrube und die Caches in der Umgebung. Und als das Wort „La Bamba“ viel, brachen wir alle in gemeinsames Gelächter aus.

Infos zur Kalkgrube

Liether KalkgrubeDie Kalkgrube wird durch die Kulturgemeinschaft Tornesch betreut. Sie war es auch, die die Kalkgrube vor der Verwendung als Mülldeponie bewahrte. Der Mitbegründer, Herr Wohlenberg erzählte uns die Geschichte vom Bohrloch, durch welches dieses geologische Highlight entdeckt wurde: „Kinder legten Steinkohlenstücke rund um das Bohrloch. Durch die Entdeckung dieser Stückchen kamen die Bohrleute zu dem Schluß – wo Steinkohle ist, muß auch Erdöl zu finden sein und bohrten immer tiefer.“
Den Kalk auf der südlichen Seite der Grube benutzten die Bauern früher als guten Dünger für ihre Felder.

 

Und wer sich fragt, wofür die Schäuche auf der östlichen Seite der Grube sind: Dadurch wird permanent Wasser aus der Grube abgepumpt. Als die Pumpen einmal ausfielen, stand bereits nach einem Tag der untere Teil des Weges 10 cm tief unter Wasser! Doch das ist nicht das einzige Problem vor Ort. Jugendliche, die hier wilde Parties steigen lassen, halten sich nicht an das Verbot den Gipshut zu betreten. In den letzten Tagen brannte es sogar im oberen Bereich. Wer gerne mehr wissen möchte, fragt hier:
(heimathaus@kulturgemeinschaft-tornesch.de)

Ganz weit unten: Tiefster Punkt Deutschlands

Weiter gings zum Earthcache „Haseldorfer Marsch“, bei dem wir einen kleinen Spaziergang über den Deich zum Hafen machten. Duch das Niedrigwasser konnte man schön den Schlickberg an der Hafenausfahrt sehen.
Noch etwas spannender war der Earthcache „(Two) lowest point(s) in Germany „. Hier konnte man Suchen, Finden, Schmunzeln und Experimentieren! Am Ende trugen wir uns natürlich noch in alle verfügbaren Logbücher des Ortes ein.
Das kostete natürlich Zeit und so beschlossen wir, auf schnellstem Wege, Felix zu erreichen.

Das gelang uns aber nur bedingt. Die Dosensucht hatte uns schon voll erfasst und Wacken wollten wir uns auch noch ansehen. Das taten wir nach einem kleinen Abstecher zur „Aussicht Bahndamm Bebek“:

Wacken… Unberührte Weiden, ein verträumtes Dorf, kaum jemand auf der Strasse und die Katze schlief auf dem Gehweg neben der Garage des W-O-A Office. Einige Plakate zeigten uns, was aus diesem Ort einmal im Jahr werden kann. Und auch wenn ich diese Musikrichtung nicht so mag; hier war ich echt überwältigt!

Deckname Felix

Die Gegend am ehemaligen Längstwellensender war so, wie wir sie uns vorgestellt hatten – flach und sonst nichts! Wir waren endlich bei Felix.
Auf dem Parkplatz begrüßte uns ein kleines Grüppchen Geocacher, die das Abenteuer bereits hinter sich gebracht hatten. Sie machten uns auf den Bauern aufmerksam, der auch uns einige spannende Minuten bescherte: Er arbeitete unweit vom Eingang auf seiner Weide und so mußten wir uns, immer wieder Deckung suchend, Schritt für Schritt bis zum Eingang vor arbeiten. Unser „Militäreinsatz“ begann also schon an der kleinen Zufahrtsstrasse!
Danach folgte im Treppenhaus des Bunkers der Equipmentcheck und das Anlegen der erweiterten Cacher(aus)rüstung. Der Nervenkitzel konnte beginnen.

Deckname Felix

Der Schein unserer Taschenlampen zeigte uns recht schnell, was uns erwarten wird: Jede Menge Wasser. Nachdem sich unsere Wathosen an den Beinen angeschmiegt hatten und wir uns im klaren Wasser ein Bild vom Untergrund machen konnten, startete die Besichtigung. Jeder Raum wurde untersucht und immer wieder staunten wir über kleine Details, die die vielen Jahre hier unten überlebt haben. Langsam aber sicher erkundeten wir den gesamten Bunker und stellten uns vor, welcher Raum wofür vorgesehen war und wie hier gearbeitet wurde. Nachdem wir die Dose gefunden hatten wollte ich es mir nicht nehmen lassen, einmal den Notaustieg zu benutzen. Es ist schon ein komisches Gefühl, mit Wathose einen schmalen Schacht nach oben zu klettern. Die Ausicht da oben war gut, obwohl ich nur 1,50m über dem Boden war. Den Bauern konnte ich aber nicht mehr sehen. Am Ausgang pellten wir uns aus den Wathosen und ließen das Erlebte ein paar Minuten sacken, bevor es zu unserem nächsten Hauptziel ging: Die Flakstellung Hohenschulen [LPC].

Richtung Kiel…

nahmen wir noch einige Dosen an unserer Route mit. Erwähnenswert sind dabei die Caches Stapelholm Sandschleuse und LPC Monstrum.

Beeindruckt war ich auch von der Eisenbahnbrücke über den Nord-Ostesee-Kanal in Rendsburg. Hier werde ich auf jeden Fall noch einmal herkommen, um die Schwebefähre zu benutzen.

Weiter ging es Richtung Osten. Und genau wie im Wetterbericht beschrieben, wurde der Regen immer stärker. Das konnte uns jedoch nicht davon abhalten, den sehr coolen LPC Flakstellung Hohenschulen zu suchen. Vor Ort bestaunten wir zuerst die vielen Testbeete(?) mit verschiedenen Pflanzen und die herrlichen Rapsfelder.

Danach ging aber ins Eingemachte… Von weitem ahnt man nicht, was hier teils über, teils unter der Erde verborgen liegt. Auf Grund des kleinen aber unüberschaubaren Geländes nutzten wir die Funkgeräte, um das Gebiet getrennt nach den versteckten Hinweisen abzusuchen. Anfänglich klappte das ganz gut, doch ein Hinweis wollte sich bis zum Ende einfach nicht zeigen. Irgendwann, als wir jeden Schacht befummelt und in jede Nische gekrochen waren, beschlossen wir, den Final auch so zu finden. Das gelang uns dann auch ohne Probleme und wir konnten diesen abenteuerlichen Cache mit ein paar Beulen und Kratzern um 21:00Uhr loggen.

Jetzt hieß es nur noch: Nach Hause!

Fazit:

Eine herrliche Runde durch Schleswig Holstein. Auf unseren 380km hatten wir jede Menge Spaß, tolle Erlebnisse und konnten Eindrücke sammeln, die man so schnell nicht wieder vergisst. An dieser Stelle vielen Dank an Pernglas, der die Idee für diesen Tag hatte und uns problemlos an alle möglichen und unmöglichen Stellen brachte.

Wir lernten viele schöne Orte kennen und fanden viele interessante Caches, die Lust auf mehr Schleswig Holstein machen. Am Ende waren es 21 Logs und ein vielfaches an Eindrücken, die die bekritzelten Logbücher garantiert überleben werden.

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