Dresden im Juli 2018. Zögerlich umkreise ich die alte Malzfabrik in Niedersedlittz mit dem Fahrrad. Nach dem scheinbar gescheiterten Sanierungsversuch der Ventar Immobilien AG im Jahr 2015 finde ich hier eine beeindruckende Industrieruine aus drei Gebäuden vor. Unübersehbar die beiden Lufteinlässe der einstmals größten Sächsischen Mälzerei. „Max und Moritz“ werden sie von den Niedersedlitzern genannt.
Bereits 1889 begann die Geschichte der Malzfabrik, die von den Gebrüder Prick gegründet wurde. Sie wurde zweimal modernisiert und gehörte zu DDR Zeiten zum VEB Getränkekombinat Dresden. Der Schriftzug am Gebäude hinter dem Pförtnerhäuschen erinnert an diese Zeiten.
Ich entscheide mich für eine spontane Erkundung. Aus Zeitmangel entscheide ich mich für das südöstliche Gebäude mit den beiden Türmen. Erwartungsgemäß handelt es sich hier um einen fast völlig entkernten Lost Place – seit 1991 wird hier nicht mehr produziert. Trotzdem hat das Gebäude einen ganz eigenen Reiz: Die Türme bilden von der Spitze bis zum Boden eine interessante Einheit aus verschiedenen Elementen: Die Türme selbst, der imposante, darunter liegende Raum, die vielen Lüftungsschächte, die Wartungsluken die an Stahltüren von Bunkern erinnern und die Gestaltung des Daches. Es gibt einige Lagerhallen, fotogene Treppenhäuser und einige Maschinen, bzw. deren Überreste.
Sollte sich die Gelegenheit bieten, ich würde mir gerne noch den Rest ansehen. Doch bis dahin hier erst einmal einige Impressionen der alten Malzfabrik…
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